Fischereischeinprüfung 2026

6 Prüfungsfächer, 16 Bundesländer im Vergleich, Lernplan und die besten Strategien.

Die 6 Prüfungsfächer im Detail

Die Fischerprüfung besteht in allen Bundesländern aus 60 Multiple-Choice-Fragen aus 6 Fachgebieten. Du brauchst mindestens 45 richtige Antworten (75%) zum Bestehen. So verteilen sich die Fragen:

Fischkunde

20%
~10 Fragen Schwierigkeit: ★★★★☆

Fischarten erkennen (40–60 Arten), Anatomie, Lebensraum, Fortpflanzung und Ernährung. Der umfangreichste und für viele schwierigste Teil der Prüfung.

Tipp: Bilder lernen!

Gewässerkunde

17%
~10 Fragen Schwierigkeit: ★★★☆☆

Gewässertypen (Fließ- und Stillgewässer), Wasserchemie (pH, Sauerstoff), Pflanzenwelt, Uferzonen und Gewässerschutz.

Tipp: Ökologie verstehen

Gerätekunde

17%
~10 Fragen Schwierigkeit: ★★☆☆☆

Ruten, Rollen, Schnüre, Haken, Köder, Montagen. Richtige Zusammenstellung der Ausrüstung für verschiedene Angeltechniken.

Tipp: Praxis schlägt Theorie

Gesetzeskunde

17%
~10 Fragen Schwierigkeit: ★★★★☆

Fischereigesetze, Schonzeiten, Mindestmaße, Fangbegrenzungen, Erlaubnisscheine, Besitz- und Angelverbote. Viele Durchfaller scheitern hier!

Tipp: Schonzeiten auswendig!

Tierschutz

13%
~10 Fragen Schwierigkeit: ★★★☆☆

Waidgerechtes Angeln, Betäuben (Kopfschlag), Töten (Herzstich/Kiemenschnitt), Hälterung, Catch & Release Regeln, Tierschutzgesetz.

Tipp: Reihenfolge merken

Naturschutz

16%
~10 Fragen Schwierigkeit: ★★☆☆☆

Schutzgebiete (NSG, LSG, FFH), geschützte Arten, invasive Arten (Signalkrebs), Umweltpflicht, Ufervegetation, Artenschutzrecht.

Tipp: Schutzgebiete kennen

Prüfungsformat: Alle 16 Bundesländer im Vergleich

Die Fischerprüfung ist Ländersache — Format, Praxispflicht und Online-Anerkennung unterscheiden sich teilweise erheblich:

Bundesland Fragen Bestanden Dauer Praxistag Online-Kurs Frequenz
Baden-Württemberg 60 45 richtig 90 Minuten Pflicht Ja 3× pro Jahr
Bayern 60 45 richtig 90 Minuten Pflicht Nein Mehrmals/Jahr (je nach Bezirk)
Berlin 60 45 richtig 90 Minuten Nein Nein Monatlich
Brandenburg 60 45 richtig 90 Minuten Nein Ja Regelmäßig
Bremen 60 45 richtig 60 Minuten Nein Ja Quartalsweise
Hamburg 60 45 richtig 60 Minuten Nein Nein Regelmäßig (im Kurs)
Hessen 60 45 richtig 90 Minuten (+ Praxis) Pflicht Ja Monatlich in den meisten Landkreisen
Mecklenburg-Vorpommern 60 45 richtig 90 Minuten Nein Ja Regelmäßig
Niedersachsen 60 45 richtig 120 Minuten Nein Ja Regelmäßig
Nordrhein-Westfalen 60 45 richtig 90 Minuten Nein Ja Mehrmals monatlich
Rheinland-Pfalz 50 35 richtig 120 Minuten Pflicht Ja Regelmäßig
Saarland 60 45 richtig 90 Minuten Pflicht Ja Quartalsweise
Sachsen 60 45 richtig 90 Minuten Pflicht Ja Regelmäßig
Sachsen-Anhalt 60 45 richtig 90 Minuten Nein Ja Regelmäßig
Schleswig-Holstein 60 45 richtig 90 Minuten Pflicht Ja Monatlich
Thüringen 60 45 richtig 60 Minuten Nein Ja Regelmäßig
Achtung: Bayern, Hamburg & Berlin

In Bayern, Hamburg und Berlin werden Online-Kurse nicht anerkannt. Hier ist ein Präsenz- oder Kombikurs Pflicht. In allen anderen 13 Bundesländern kannst du den Kurs vollständig online absolvieren. Tipp für Berliner: Prüfung in Brandenburg ablegen — das Zeugnis wird in Berlin anerkannt!

Lernplan: In 4–8 Wochen zur Prüfung

Der folgende Lernplan basiert auf 30–60 Stunden Gesamtaufwand und ist für Berufstätige optimiert (1–2 Stunden pro Tag):

ZeitraumSchwerpunktStundenTipp
Woche 1–2 Fischkunde + Gewässerkunde 8–12h Bilder der 40 wichtigsten Fischarten täglich wiederholen
Woche 3 Gerätekunde + Tierschutz 5–8h Die Betäubungs-/Tötungsreihenfolge auswendig lernen
Woche 4 Gesetzeskunde + Naturschutz 5–8h Schonzeiten und Mindestmaße der Hauptfischarten merken
Woche 5–6 Wiederholung + Übungstests 8–12h Mindestens 5× den gesamten Fragenkatalog durchspielen
Woche 7–8 Praxistag (falls Pflicht) + Generalprobe 4–8h Simulation mit Zeitlimit: 60 Fragen in 90 Minuten

Gesamt: 30–48 Stunden — Die meisten Teilnehmer bestehen nach 4–6 Wochen regelmäßigem Lernen.

Online-Kurs oder Präsenzkurs?

Die wichtigste Entscheidung bei der Prüfungsvorbereitung: Online oder vor Ort? Hier der direkte Vergleich:

KriteriumOnline-KursPräsenzkurs
Zeitaufwand 30–60h flexibel eingeteilt 30–60h feste Termine (abends/Wochenende)
Kosten €129–179 (Kurs) + €25–100 (Prüfung) €50–300 (Kurs) + €25–100 (Prüfung)
Flexibilität 24/7, eigenes Tempo, mobil per App Feste Termine, ortsgebunden
Anerkannt in 13 von 16 Bundesländern Alle 16 Bundesländer
Praxis Nur Video; Praxistag separat buchen Oft integriert (Ruten, Knoten üben)
Bestehensquote >95% (Fishing-King Angabe) ~90% (je nach Verein)
Ideal für Berufstätige, Flexible, Selbstlerner Hands-on-Lerner, BY/HH/BE (Pflicht)
Unsere Empfehlung

Für die meisten Anfänger ist ein Online-Kurs die beste Wahl: günstiger, flexibel und mit >95% Bestehensquote. Nur in Bayern, Hamburg und Berlin kommst du um einen Präsenzkurs nicht herum.

Die besten Online-Kurse im Vergleich *

Vorbereitung in 6 Schritten

Online-Kurs buchen

Wähle einen in deinem Bundesland anerkannten Anbieter. Beliebteste: Fishing-King (€149–179), Anglerschmiede (€129–169). Prüfe vorher die Anerkennung!

Theorie lernen (2–6 Wochen)

Alle 6 Fachgebiete systematisch durcharbeiten. Tipp: Beginne mit Fischkunde — der umfangreichste Teil. Die meisten Kurse bieten Videos, Karteikarten und Übungsfragen.

Übungsfragen machen

Mindestens 3× den kompletten Fragenkatalog durcharbeiten. Ziel: >90% richtig in Übungstests. Die Prüfungsfragen stammen aus dem offiziellen Katalog — je mehr du übst, desto sicherer.

Praxistag absolvieren (8 Bundesländer)

Pflicht in: BW (8h, €150), HE (€60), RP (€95), SN (€70), SL (€27), SH (6–8h, ab 10/2025). In BY im 30h-Kurs integriert. Optional in NRW (€49). Inhalt: Ruten zusammenbauen, Knoten binden, Fische erkennen.

Prüfungstermin buchen

Über die Fischereibehörde oder den Kursanbieter. Personalausweis nicht vergessen! Tipp: Wähle einen frühen Termin — das erhöht die Motivation.

Prüfung bestehen!

60 Fragen, 45 richtige = bestanden. Ergebnis meist sofort. Bei Nichtbestehen: Wiederholung nach 2–4 Wochen möglich (je nach Bundesland).

Praxistag: Wer braucht ihn?

In 8 von 16 Bundesländern ist ein praktischer Ausbildungsteil Pflicht (inkl. Bayern mit integriertem Praxisteil). Hier die Details:

BundeslandArtDauerKostenInhalt
Baden-WürttembergPflicht8 Stunden€150Ruten zusammenbauen, Knotenkunde, Fischbestimmung
Rheinland-PfalzPflicht1 Tag€95Gerätekunde + Fischbestimmung
SachsenPflicht1 Tag€70Ruten, Knoten, Fischbestimmung
HessenPflicht~4h€60Ruten zusammenbauen (Prüfungsteil)
NRWFreiwillig1 Tag€49Optional, aber empfohlen
SaarlandPflichtPraktikum€27Pflichtpraktikum bei Angelverein
Schleswig-HolsteinPflicht (ab 10/2025)6–8h€30–60Gerätekunde, Betäuben/Töten, Knotenkunde
BayernIm Kurs30h gesamtIm KurspreisIn 30h Pflichtausbildung integriert

5 Profi-Tipps für die Fischerprüfung

  1. Fischarten-Bilder zuerst: Fischkunde hat die meisten Fragen und die höchste Durchfallquote. Lerne die Bilder der 40 wichtigsten Arten mit Karteikarten — täglich 10 Minuten reichen.
  2. Gesetzeskunde nicht unterschätzen: Die zweithäufigste Fehlerquelle. Lerne die Schonzeiten und Mindestmaße der Hauptfischarten (Hecht, Zander, Karpfen, Forelle) auswendig.
  3. Übungstests unter Zeitdruck: Simuliere die Prüfung: 60 Fragen in 90 Minuten. Ohne Zeitlimit fühlt sich alles leicht an — unter Stress sieht es anders aus.
  4. Tierschutz-Reihenfolge: Diese Frage kommt IMMER: Betäuben (Kopfschlag auf die Stirn des Fisches) → Töten (Herzstich oder Kiemenschnitt). Verwechselung = falsch.
  5. Fehler analysieren: Nach jedem Übungstest: Welche Fragen waren falsch? In welchem Fach? Konzentriere dein Lernen auf deine Schwachstellen statt alles gleichmäßig zu wiederholen.

Weiterführende Informationen

Häufig gestellte Fragen

Wie schwer ist die Fischerprüfung?

Mit guter Vorbereitung bestehen über 95% der Teilnehmer im ersten Anlauf. Die Fragen sind Multiple-Choice und stammen aus einem bekannten Fragenkatalog (300–1.000 Fragen je nach Bundesland). Wer den Kurs ernst nimmt und die Übungsfragen durcharbeitet, besteht problemlos.

Wie lange muss ich für die Prüfung lernen?

Die meisten Teilnehmer lernen 4–8 Wochen (ca. 30–60 Stunden). Bei täglicher Lernzeit von 1–2 Stunden bist du in 4–6 Wochen prüfungsbereit. Online-Kurse ermöglichen flexibles Lernen im eigenen Tempo.

Was passiert, wenn ich die Prüfung nicht bestehe?

Du kannst die Prüfung wiederholen. Die Wartezeit beträgt je nach Bundesland 2–4 Wochen. Wiederholungsgebühr: meist der reguläre Prüfungspreis (€25–50). Es gibt keine Begrenzung der Versuche. Ausnahme: BW max. 3×/Jahr.

Gibt es die Prüfung auf Englisch?

Nein, die Fischerprüfung wird in allen 16 Bundesländern ausschließlich auf Deutsch abgelegt. Tipp für Nicht-Muttersprachler: Touristenfischereischein in 4 Bundesländern (ohne Prüfung) → /angelschein-ohne-pruefung/

Brauche ich einen Praxistag?

Das hängt vom Bundesland ab. Pflicht in: Baden-Württemberg (8h, €150), Hessen (€60), Rheinland-Pfalz (€95), Sachsen (€70), Saarland (€27), Schleswig-Holstein (6–8h, ab 10/2025). In Bayern im 30h-Pflichtkurs integriert. Optional in NRW (€49). In den anderen 8 Bundesländern ist kein Praxistag nötig.

Online-Kurs oder Präsenzkurs?

Online-Kurse (Fishing-King, Anglerschmiede) sind günstiger (€129–179), flexibler und in 13 von 16 Bundesländern anerkannt. Präsenzkurse bieten mehr Praxis und persönliche Betreuung. In Bayern, Hamburg und Berlin sind Online-Kurse NICHT anerkannt — dort ist ein Präsenzkurs Pflicht.

Was kostet die Fischerprüfung insgesamt?

Kursgebühr: €50–300 (je nach Anbieter und Bundesland). Prüfungsgebühr: €15–100 (Saarland am teuersten mit €100). Praxistag: €27–150 (in 8 Bundesländern). Gesamt: €70–550 je nach Bundesland und Kurstyp. Die günstigste Gesamtrechnung gibt es in Thüringen und Bremen.